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Bernsdorf, auf den Spuren unserer Jugend

Ich habe lange überlegt wo ich in meinen Bolg, mit meinen Erinnerungen an den wohl schönsten Stadtteil von Chemnitz beginne. Eigentlich da wo ich den größten Teil meiner Freizeit verbracht habe, im Poststadion beim Fußball. So erging es 90% aller Jungs die in Bernsdorf Fußball spielten, die Post war der Magnet und Treffpunkt. Also nichts wie hin, Fotoapparat geschnappt und los ging es. Die Anfahrt zum Poststadion ist mittlerweile abenteuerlich, nach zwei versuchten Anfahrten stand ich vor dem Tor wo ich wie gesagt meinen größtenTeil der Freizeit verbrachte. Es gingen mir sofort viele Namen durch den Kopf mit denen ich hier spielte, Fisch, Börner, Toshack, Fankhänel, Richter, Finsterbusch, Barthel, aber ich erinnere mich auch an den Abteilungsleiter, Platzwart und was weiß ich nicht alles, Sportfreund Seidel. Seine strenge und freundliche Art ist unvergesslich. So wurde ich auch im Poststadion empfangen, was machst Du hier, warum fotografierst du. Als ich mich vorgestellt habe und erklärt habe was ich hier mache ging es weiter, ausgerechnet jetzt wo durch die Sonne alles verbrannt ist, der Hartplatz mit Unkraut voll, da kommst Du und machst eine Reportage. Als ich das Poststadion betrat hatte ich nicht das Gefühl, das irgendetwas vernachlässigt wurde, im Gegenteil, alles war wie es nun mal aussieht in einer Sommerpause. Da ging das wieder los, komm wieder wenn alles in Ordnung ist. Hier ist ein Platzwart am Werk der für seine Arbeit steht und auch den Hut aufsetzt, Hut ab wenn man so ein großes Gelände ich Schuss hält.

Weiter vom Poststadion an den nächsten Hot Spot unserer Jugend, das Bernsdorfer Freibad, wenn du irgend einen Kumpel im Sommer gesucht hast, da hast du ihn gefunden, Handy und Whats App gab es ja noch nicht.

Nur einen Steinwurf entfernt, das nächste Bernsdorfer Highlight, der Silbersaal, ich weiß nicht wie viel Bier oder Cola Wodka da pro Abend durch unsere Kehlen flossen, Cola Wodka war übrigens das einzige Mixgetränk an der Bar .

Jetzt steigen wir einfach in die Line 2 und fahren Richtung Stadtzentrum, vorbei an der Pappelstaße, dann rechts die Heppe, der steilste Anstieg in Bernsdorf, erster Halt Augsburger Straße. Da beginnt das Bernsdorfer “Neubaugebiet”, liebevoll von allen Getto genannt. Danach sieht es aber schon lange nicht mehr aus, sehr viel Grün hat mich da überrascht.

Als nächstes kommt dann das, was wir geliebt und verflucht haben, unsere Bernsdorfer Oberschule 2. Riesig und immer noch mit einer Bedrohlichkeit wirkt das Schulgebäude auf mich. Ich habe da immer noch Respekt und denke auch an die schönen Zeiten, wie den Mädels. Wie schnell da doch die 10 Jahre weg waren.

Gleich nach unserer Schule kommt das ehemalige Bernsdorfer Kinderheim, viele unserer Klassenkameraden waren da und unsere besten Freunde. Den Bolzplatz im Kinderheim gibt es übrigens auch noch, da gab es die größten Fußball Schlachten zwischen A und B.

Nächste Haltestelle, Wartburghof, die Kaufhalle die unser Überleben nach dem Unterricht gesichert hat. Ob 1Kg Sauerkraut oder die Club Cola, zur Feier des Tages auch mal ein Stück Quark-Mohn-Kuchen, für eine DDR Mark sind wir da satt geworden. Zu mindestens bis nach Hause zum Kühlschrank.

Was haben wir eigentlich im Winter gemacht wo das Bernsdorfer Freibad zu hatte, genau wir waren im Park der DSF, da gab es nämlich noch Schnee im Winter. Da ging die Marie ab, mit dem Schlitten ob normal oder Bob, Start war oben an der Zschopauer und dann ging es mit einen Affenzahn in Richtung Bernsdorfer Straße, ca. 200 Meter Schussfahrt vorbei an alten Kastanienbäumen. Ohne Helm und Protektoren und alle haben das überlebt.

Was ist noch an der Haltestelle Wartburgstraße, ah an der Ecke das Basika, (ich weis nicht wie es geschrieben wird, aber alle wissen was ich meine), eine Soße für alle Gerichte, und die Bedienung, so was von freundlich. Liebevoll wurde es auch Cafe Träne genannt. Meine Aufzählung geht jetzt etwas schneller da die Bahn Gas gibt. Der Schuh Kräher, die Sparkasse, Friseur, Fleischer und der Rundfunk Schneider. Wir brauchten keine Innenstadt um zu Überleben.

Haltestelle Gutenbergstraße, unser Hallenbad die Blaue Maus, da haben wir fast alle das schwimmen gelernt und so mancher seine spätere Frau. Der Zustand vom derzeitigen Außengelände ist nicht so prickelnd, da müsste man mal den Platzwart vom Poststadion ran lassen.

Die Fahrt geht weiter, vorbei am Rosenplatz und der nächsten Kaufhalle die jetzt ein jämmerliches Dasein fristet, einen der wenigen Schandflecke an der Bernsdorfer Straße.

Was gibt es noch alles aus unserer Jugend, der Zschopauer Platz, Treffpunkt mit Moped oder Fahrrad, Jungs und Mädels, wenn du da mal einen Tag nicht anwesend warst, haben alle gedacht du bist ausgereist. Der Eistemmler, die Gartenkneipe Gesundheit “Puppenstube” (Erich ein Bier und einen Brathering) und das doppelt. Altstoffhandel Kummer, am Basika das Leergut im Hof geklaut und da abgegeben.

Es gibt sicherlich noch viel zu berichten und einiges habe ich sicherlich auch verdrängt, unser Bernsdorf ist immer noch schön und ich denke auch lebenswert, es war ein schöner Ausflug in unsere Vergangenheit. Galle

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